Nikolauskirche in Gresgen
Kirchendienerin:
Gisela Birkenbeul
Baugeschichte der Kirche:
Die kirchliche Frühgeschichte Gresgens liegt im Dunkel. Die früheste Nachricht über die Pfarreizugehörigkeit der 1113 erstmals als Greszkon (=Hof des Grasinc) erstmals urkundlich im Zusammenhang mit St. Blasien genannten frühen Ausbau- und Rodesiedlung zwischen Kleinem und Großem Wiesental, ist uns von 1360-70 aus einem bischöflichen Abgabenverzeichnis bekannt. Darin wird Gresgen zusammen mit Nordschwaben als Filiale der Pfarrei Höllstein genannt.
Die weltliche Herrschaft, die 1503 an Baden-Durlach kam, erweiterte sich durch die Reformation auch zur kirchlichen Obrigkeit und verfügte eine Zuweisung Gresgens als Filiale von Tegernau. Aus dieser Zeit (1570) ist der heilige Nikolaus als Patron des Kirchleins belegt.
Die erste Nachricht über die bauliche Betreuung der Gresgener Kirche liegt aus dem Jahre 1693 vor. Die Geistliche Verwaltung Rötteln erhielt damals den Auftrag, u.a. die Kirche zu Gresgen "so viel es die Notdurft erfordert, unverzüglich reparieren zu lassen.
Lang gehalten haben die notdürftigen Reparaturen nicht, bereits 1712 und dann wieder 1730 waren weitere Baumaßnahmen erforderlich.
Die Kirche, so wie wir sie heute kennen, entstand dann bei einer großen Umbaumaßnahme im Jahre 1764/66. Wie Pfarren und Ortsvorgesetzte der Geistlichen Verwaltung Ende 1758 berichteten, wurde bei Kirchenvisitationen die Wiederherstellung der sehr schadhaften Kirche verlangt. Sie regten aber auch gleichzeitig eine Erweiterung der Kirche an, "indem die Gemeinde, ehe sie seithero um die Helfte mehr angewachsen, kaum wegen Enge derselben Platz genug gehabt. Dahero geht oft bey Haltung deß Hl. Abendmahls und bey Leichen viele Leüthe vor der Kirchen müssen haussen stehen bleiben." Man berichtete entsprechend im Jahre 1759 nach Karlsruhe und hat wohl auch die Genehmigung dazu erhalten.
Ein zunächst geplanter Kirchturm wurde aus Kostengründen durch ein kleines offenes Türmlein ersetzt. Im Jahr 1767 legte der Geistliche Verwalter der Rentkammer die Bauabrechnung in Höhe von 907 Gulden, 15 Kreuzer und 3 1/2 Pfennigen vor.
Anno 1790 musste das Türmchen weil es "so lotternd und wankend" war, durch eine massivere Version aus 13 Stamm Eichenholz ersetzt werden.
Nach 200 Jahren mit verschiedenen Ausbesserungen und Raparaturen gab es im Jahr 1979/81 eine umfassende Renovierung. Das neue Bauprogramm umfaßte zunächst die Sanierung der schadhaften Bauteile, den Einbau einer kombinierten Warmluft-Fußbodenheizung sowie einen Anbau für Sakristei und Heizraum auf der nordöstlichen Bergseite. In Verbindung mit dem zusätzlichen Anbau eines Windfangs ergaben sich Baukosten von 515.000,- DM. Nach Fertigstellung aller Arbeiten konnte die Kirche am 24.05.1981 wieder Ihrer Bestimmung übergeben werden.
Seither ist die Nikolauskirche in Gresgen ein wahres Schmuckstück und ein würdiges Gotteshaus im Markgräflerland.
Dieser Text basiert auf den Artikeln von Kurt Hodapp und Rolf Eble in der Festschrift zur Renovation 1979/81 vom 24. Mai 1981.
Die vollständige Festschrift als PDF finden Sie hier: .
Festschrift zur Renovierung 1979/81 vom 24. Mai 1981
Weitere Informationen und eine kürzere Version der Kirchengeschichte gibt es in der Besucherinformationsbroschüre:
Quelle: Ev. Kirchengemeinde


