Kirche Endenburg

 
 
Die Kirche St. German zu Endenburg
 
Die folgende Beschreibung ist ein Auszug aus der umfangreichen Broschüre zur Renovierung der Kirche im Jahre 1971 (Author Architekt R.H. Brüderlin). Die komplette Broschüre können Sie am Ende dieser Seite als PDF herunterladen.
 
Die Endenburger Kirche ist nach Osten ausgerichtet. Beim Ausgraben der Heizkanäle wurden 30-50 cm unter dem vorhandenen Kirchenboden verschiedene Fundamente früherer Kirchen freigelegt. Der mittlere Teil der jetzigen Kirche, mit der noch von innen sichtbaren kleinen Oberlichtöffnung, ist der älteste bestehende Teil des Kirchenschiffes, das in seiner ursprünglichen Breite noch vorhanden ist. Das Mauerwerk dieser Kiche war geschalt und mit heißem Kalk und Bruchsteinen ausgegossen. Aus dieser ersten Bauperiode stammt auch der wunderschöne romanische Taufstein, der 87 cm im Durchmesser misst und aus rotem Buntsandstein gearbeitet ist.
 
Gegen das Jahr 1480-1490 wurde die halbrunde Apsis durch eine rechtwinklige Apside ersetzt. Dabei wurde der Altarraum mit Tonplatten 22/22 belegt, wie sie auch auf der Unterburg des Rötteler Schlosses um diese Zeit verwendet wurden. Emporen waren noch keine eingebaut. In der Nähe des Ostgiebels befand sich ein Dachreiter für die Glocke.
 
Am 19. Juni 1696 wurde zur Reparatur der Kirche und der Kirchenmauer ein Kostenvoranschlag über 99 Pfund, 7 Gulden und 6 Pfennig erstellt. Diese Renovation hatte die Schäden des dreißigjährigen Krieges zu beheben und die Kirche der Reformation anzupassen. Zur Aufnahme der Einwohner von Kirchhausen und Lehnacker wurden Emporen auf der West- und Ostseite eingebaut. Bei der Anschaffung der ersten Orgel um 1750 wurde diese auf der vorderen Empore untergebracht und die Empore am West- und Ostgiebel entlang der Nordwand miteinander verbunden. Die Kanzel erstellte man an der südlichen Schiffswand.
 
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand eine Renovierung statt, wobei die Kirche verlängert, Turm und Empore auf klassizistische Säulen gesetzt wurden und der Eingang von der Nordseite an den neuen Westgiebel verlegt wurde.
 
Durch die Ablösung der staatlichen Baupflicht an der Endenburger Kirche im Jahre 1970, waren der Ev. Kirchengemeinde Endenburg die Mittel in die Hand gegeben, das Gebäude den heutigen Erfordernissen anzupassen und längst fällige Reparaturen vorzunehmen.
Die politische Gemeinde Endenburg hat zusammen mit der Kirchengemeinde im rechten Winkel zur Nordseite der Kirche einen Anbau erstellt, der Heizraum, Toilette, Sakristei mit Vorraum für die Kirchengemeinde und zwei Leichenzellen mit Wärterraum für die politische Gemeinde, enthält.
 
In der Kirche selbst wurden die Emporen an der Nord- und Ostwand abgebaut. Die Orgel wurde von der Ostwand der Kirche an die Nordwand verlegt. Dadurch wurde das Fenster im Ostgiebel wieder freigelegt. Da bis zum Jahre 1400 die Täuflinge durch Untertauchen getauft wurden, ist im Taufstein noch eine Abflussöffnung vorhanden.
 
Die künstlerische Gestaltung des Fenster in der Ostwand und der Öffnung vor dem Taufstein, war Professor Johannes Schreiter aus Frankfurt übertragen. Professor Schreiter hat es verstanden, den schönen Raum durch einmalig gestaltete Fenster noch zu steigern.
 
Die Orgel befand sich auf einer Empore im Chor. Sie findet seit der Renovierung auf einem Podest im hinteren Teil der nördlichen Schiffswand Aufstellung.
 
Weitere Details finden Sie in der 26-seitigen PDF.
 

Quelle: Ev. Kirchengemeinde VKW