Kirche Wies

 

Nach der Entscheidung im Jahr 1774, das Kirchlein in Demberg eingehen zu lassen und dafür in Wies eine neue Kirche zu errichten, legte Landbaumeister Meerwein noch im gleichen Jahr die Pläne vor. Nach zweijähriger Bauzeit konnte das Gotteshaus am 12. September 1777 eingeweiht werden. Der Rechteckbau mit Eckquaderung vereint Langhaus und Chor unter einem nach Osten abgewaltem Satteldach. Eine Empore umzieht das Langhaus auf allen Seiten und ruht auf acht Säulen. Der Raum hat eine flache Holzdecke und an den Längswänden je fünf, an der östlichen Querwand drei Fenstergruppen in Rechteckformen, in der Nordwand außerdem ein Seitenportal, das außen mit dem markgräflichen Wappen und der Jahreszahl 1775 geschmückt ist. Der dreistöckige Turm – ebenfalls mit Eckquaderung vom Boden bis zum Dachansatz – steht vor dem Westgiebel und schließt mit einer achtseitigen, eingeknickten, oben abgestumpften Pyramide. Vier rechteckige Klangarkaden öffnen sich nach allen Seiten. Das Untergeschoss dient als Eingangshalle.

Die Weigerung des Pfarrers von Tegernau, den Gottesdienst in der neuen Kirche zu versehen, führte 1778 zur Bildung der neuen Pfarrei Wies mit den Kirchspielorten Wies, Demberg, Fischenberg, Kühlenbronn und Stockmatt, wozu 1779 noch Wambach kam. Seit September 1997 wird die Pfarrstelle vom Pfarrer in Tegernau mitverwaltet.

Eine Restaurierung fand in den Jahren 1963/64 statt. Sie brachte einen neuen Taufstein, den Philipp Flettner aus Bürchau gestaltete, einen modernen Altar und ein Kanzelpult. Die Kanzel über dem Altar wurde beibehalten. Die Orgel wurde aus dem Chor auf die westliche Empore versetzt. Die Außenrenovierung erfolgte 1976, zum Teil wurde die Kirche im Jahre 2008 außen neu gestrichen.

Eine erste Glocke wurde 1776 vom Glockengießer Roost, Lörrach in Bronze geliefert. Vor dem ersten Weltkrieg konnte das Geläut auf drei Glocken erweitert werden, von denen zwei 1917 den Metallsammlungen zum Opfer fielen. 1922 goss die Firma Gebr. Bachert, Karlsruhe drei neue Bronzeglocken, von denen heute nur noch eine kleine f“ Glocke vorhanden ist. Die drei anderen Glocken, alle von Gebr. Bachert, kamen 1926 als b’ Glocke, sie war ursprünglich für Meßkirch gegossen worden, kam aber nach Wies, 1960 eine des`` Glocke und 1961 die große as`Glocke, alle in Bronze.

Zweimal wurde der Versuch unternommen, eine Orgel zu beschaffen . 1798 bzw 1801 waren die vorgesehenen Instrumente zu teuer. 1831/32 erbaute Josef Merklin, Oberhausen, eine erste Orgel für die Kirche. Sie wurde 1855 durch die 1787/88 von Georg Marcus Stein, Durlach für die evang. Kirche in Gernsbach erbaute Orgel ersetzt und von Orgelbauer Merklin aufgestellt. Das Instrument, das heute unter Denkmalschutz steht, arbeitet mit Schleifladen sowie mechanischer Traktur und hatte zunächst nur ein Manual und ein selbstständiges Pedal. In Gernsbach war die Orgel 1809, 1820, 1835/37 und 1842 repariert worden. Dann hatten die Gebr. Stieffell weitere Reparaturen abgelehnt. In Wies erfolgte 1866 eine Reparatur durch Fridlin Merklin, 1891 ein Umbau durch August Merklin der sie auch 1902 erneut instand setzte. 1963 wurde sie durch Orgelbauer Ernest Mühleisen, Straßburg , restauriert um ein Positivwerk auf zwei Manuale erweitert und umfasst nun 22 Register. Die letzte große Überholung fand im Jahr 1989 bis 1992 statt in der Werkstatt der Firma Link in Giengen.

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