Kirche Tegernau

 

Erste Erwähnung von Kirche und Dorf Tegernau im Jahr 1113/1114

In einer neueren Beschreibung des Landkreises steht, dass 1113 zum ersten Mal eine Kirche in Tegernau erwähnt wurde. Es war ein kleines "Wälderkirchlein" mit einem kleinen Glockentürmchen, berichtet August Feßler 1935 in der Zeitschrift "Das Markgräfler­land" in seinem Text über Pfarreien, Schulen und Kirchen des Kleinen Wiesentals. Darin ist ausführlich zu lesen, wie Tegernau 1756 zu seinem heutigen Gotteshaus kam.
 
1688 war schon der Bau einer größeren Kirche und eines Pfarr­hauses angeordnet. 1693 wurde mit dem Chor begonnen, 1695 die Kirchhofmauer errichtet und die erste Kirchenuhr gekauft. Wegen der Fortdauer des Krieges blieb der Bau aber unvollendet. 1701 bat Pfarrer Tobias Walz den Markgrafen um Fortführung der Arbeiten. 1715 war man immer noch nicht weiter gekommen. Nach der erfolgten Reparatur von Kirche und Turm gab es 1720 wieder Klagen über die Baufälligkeit. 1729 wurde das Kirchendach neu gedeckt, damals wurde auch von Schäden durch ein Erdbeben berichtet. Der polnische Erbfolgekrieg verzögerte die dringende Verbesserung erneut. 1737 wurde der Einbau einer neuen Empore anvisiert, wodurch 269 neue Sitzplätze gewonnen werden sollten, was aber wohl nicht verwirklicht wurde. 1743 folgte der Plan zur Erweiterung der Kirche und zum Neubau eines Turmes. Nun kam wieder ein Krieg dazwischen. Der Zustand des Gotteshauses wurde immer schlechter, und es war im Lauf der Jahre "immer mehr zu klein geworden."
 
1755 wurde die Genehmigung zur Erweiterung der Kirche und zum Bau des ersten massiven steinernen Turmes erteilt.  Im alten Kirchlein, dem ersten im Tal, hatten damals 720 Personen Platz.  Die Einwohnerzahl betrug damals jedoch 1437, so dass also für die Hälfte kein Platz war. Am 13. November 1757 erfolgte die Einweihung der neuen Kirche. Dabei wurde das 14. Kind von Pfarrer Daur auf den Namen Augusta Maria getauft. 1763 war auch diese Kirche schon wieder zu klein. Entlastung kam erst 1776 durch den Bau der Kirche in Wies.
2010 wurde die Kirche wegen schwerwiegender Mängel im Dachstuhl geschlossen. Die Arbeiten begannen aber erst im November 2013. Lange lebten die Tegernauer mit dem tristen Anblick des eingerüsteten Gotteshauses, abgebaut wurde das Gerüst erst wenige Tage vor der Wiedereinweihung. Komplett instand gesetzt wurde das Dach samt Turm, hinzu kam ein Neuanstrich der Fassade.
 
Am 23. Juni 2013 konnte die Laurentiuskirche nach erfolgter Renovierung wieder in Betrieb genommen werden. Zur 900-Jahrfeier des Ortes Tegernau, fand der Festgottesdienst nach der Sanierung unter Leitung von Pfarrer Christian Rave statt. Fünf Frauen aus der Gemeinde haben zu dieser besonderen Gelegenheit ihre Markgräfler Tracht wieder hervor geholt.
 
Die Orgel steht unter Denkmalschutz; sie wurde 1985 durch die Orgelbaufirma Vier gründlich überholt. Zum Schutz bei der neuerlichen Renovierung wurde sie komplett eingekleidet, sie hat die Umbaumaßnahmen unbeschadet überstanden und musste nur überholt und gewartet werden. Bei den Umbaumaßnahmen hat man auch alte Orgelpfeifen gefunden, die später evtl. wieder eingebaut werden sollen, um den ursprünglichen Zustand der Orgel wieder her zu stellen.
 
Der Altar aus Holz, hergestellt von Ralf Kropf aus Schwand als Geschenk an die Evang. Kirchengemeinde Tegernau, wurde bei der Innenrenovierung 1979 aufgestellt.
In der Laurentiuskirche hängt ein Bild des Malers Mark Roland Fuchs aus Ried als Leihgabe. Auf diesem Bild ist der heilige Laurentius dargestellt.
 
In der Kirche haben auf den Bänken mit der Empore 450 Personen Platz, zusätzlich können noch ca. 50 Stühle aufgestellt werden. Im Glockenturm hängen drei Glocken, von diesen Glocken werden immer noch zwei per Hand geläutet.
 

Quelle: Ev. Kirchengemeinde