Vor einem Jahr haben mein Mann und ich unseren Dienst in Mannheim beendet. Ich bin also nun schon beinahe ein Jahr im Oberen Kleinen Wiesental im Dienst. Im Rückblick auf dieses erste Dienstjahr fällt mir spontan viel Gutes auf. Ich konnte viele Menschen unterschiedlichen Alters ein klein wenig kennenlernen. Manche habe ich auch intensiver auf ihren Lebenswegen begleitet: bei der Taufe der Kinder, bei Hochzeiten und Ehejubiläen, bei Geburtstagsbesuchen, aber auch auf den schweren Wegen des Abschiednehmens bei Trauerfeiern und Bestattungen.
Es war und es ist eine große Stärke unserer Gemeinschaft hier im Tal, dass Angehörige diese „letzten Wege“ nicht alleine gehen müssen, sondern von einer oft großen Schar von Freundinnen und Freunden, Weggefährt*innen und Mitbürger*innen begleitet werden.
Deren Anteilnahme tut gut und hilft über die oft schweren Momente hinweg. Vielen Dank an all jene, die in großer Treue und mit großer Aufmerksamkeit diesen „letzten Dienst“ verrichten, auch in Form der musikalischen Umrahmung der Trauerfeiern.
Schade ist allerdings, dass die hierbei geführten „Nebengespräche“ – vor allem auf dem Weg zum Grab – durch Lautstärke und Themenwahl die so liebevoll gezeigte Anteilnahme über Gebühr schmälern.
Vielleicht gelingt es uns künftig, solche Wege einfach schweigend zu gehen, sich zu erinnern oder das Kommende zu bedenken.
Sie werden sehen: Es tut auch der eigenen Seele gut!
Claudia Krüger