Die Anfänge
Die erste urkundliche Erwähnung eines Geistlichen und damit wohl auch einer Kirche in Neuenweg fällt ins Jahr 1310.
1710 war das vermutlich aus Holz gebaute und dem heiligen Nikolaus geweihte Kirchlein so baufällig, dass größere Renovierungsarbeiten nötig waren. Im Turm hingen zwei Glocken, von denen 1749 gesagt wird, dass sie "aus dem Papsttum herrühren", also vor 1556 gegossen wurden. Nach mancherlei Umbauten stürzt 1784 das Kirchenportal ein und der Gottesdienst musste im Freien abgehalten werden.
1788 erfolgte dann der Antrag auf einen Kirchenneubau.
Der Weinbrennerbau von 1808
Nach Angaben von Oberbaudirektor Friedrich Weinbrenner aus Karlsruhe wurden 1804/1805 endlich Pläne skizziert, schlussendlich aber ein abgespecktes Modell einer Weinbrenner-Kirche in Kleinsteinbach bei Durlach realisiert, da eine andere Lösung zu kostspielig schien. Am 17. Juni 1807 wurde der Grundstein gelegt und am 2. Dezember des gleichen Jahres waren die Arbeiten im Wesentlichen beendet, so dass in der ersten Hälfte des Jahres 1808 die Einweihung erfolgen konnte. Der rechteckige Saalbau mit je vier in Rundbögen schließenden Fenstern in den Langhauswänden wird von einem Satteldach gedeckt, das über dem ebenfalls von einem Rundbogen überwölbten Eingangsportal der Kirche einen quadratischen Dachreiter trägt, dessen Pyramidendach von einem zweiten, kleinern Türmchen mit gleicher Dachform abgeschlossen wird. Über dem Portal ist merkwürdigerweise nicht das badische großherzogliche Wappen, sondern das der Stadt Baden-Baden eingefügt, sowie eine Tafel mit den Namen der während des Baus amtierenden Persönlichkeiten. In die rechte Außenwand der Kirche wurde eine Grabtafel aus dem Jahr 1692 eingemauert, die von einem in Neuenweg begrabenen kaiserlichen Offizier kündet, der den Schanzenbau am Hau im Auftrag Österreichs und des "Türkenlouis" befehligt hatte.
Die heutige Kirche
1923 ersetzten zwei neue Bronzeglocken (Kosten: 4 Mio Reichsmark) die im ersten Weltkrieg gebliebenen beiden Exemplare von 1867. 1929 wurden zwei Gemälde des Kunstmalers Carl Vocke aus Karlsruhe an der Altarwand feierlich eingeweiht. Sie zeigen im ersten Bild Sünder, Kranke und Notleidende, die dem erbarmenden Christus entgegengehen und im zweiten Bild die klugen Jungfrauen, "die es überall und nicht nur in der Belchengegend gibt" wie Gudrun Welch-Weis zu berichten wusste. 1972-74 erfolgte ein umfassender Umbau, nachdem die Kirche in den Besitz der Kirchengemeinde übergegangen war. Unter Architekt Rolf Brüderlin, Schopfheim, erhielt der Innenraum eine freundliche, zeitgemäße Note. Die großen Wandgemälde wurden überdeckt, was viele ältere Neuenweger heute noch bedauerlich finden. Über dem Altar erhebt sich das von den Schreinermeistern W. Dießlin und F. Zäh geschaffene Kreuz.
1997 wurde die Kirche auch mit einem neuen Innenanstrich neu renoviert und präsentiert sich nun wieder im zeitgenössischen Weinbrenner-Stil ihrer Erbauung 1808.
Die Kirche ist in der Ferienzeit tagsüber geöffnet. Wir danken Ihnen für die Respektierung dieses Gebäudes als Raum für Andacht und innere Einkehr.


